Gleich knallt's — akustische Folter
für Tiere
Ich hasse den ersten August und auch Sylvester wegen der Knallerei.
Mal abgesehen von dem "vielen Geld" welches da einfach
— meiner Meinung nach sinnlos — in die Luft verpulfert
wird, tun mir vor allem die Tiere leid. Das jährliche Feuerwerk
an Nationalfeiertagen oder Silvester bedeutet für diese eine
Tortur. Schmerzt die Knallerei auch manchmal in menschlichen Ohren,
so ist das Leid der Haus- und Wildtiere noch grösser, weil
ihr Hörvermögen um ein Vielfaches so gross ist wie jenes
der Menschen. Dafür fehlt ihnen unser Wissen und das Bewusstsein:
Man kann ihnen nicht einfach verbal erklären, dass dieser "Weltuntergang"
und der Lärm in ein paar Stunden zum Glück wieder vorbei
sein wird. So bleibt uns wohl oder übel nichts anderes übrig,
als so zu tun wie wenn nichts wäre und selbst ganz gelassen
zu bleiben. Wenn Hunde unsicher sind, gilt ihr erster Blick dem
Rudelführer. Was macht Herrchen/Frauchen? Je nachdem wie Sie
reagieren, wird Ihr Hund sein Verhalten anpassen. Wenn Sie einen
Junghund haben, freuen Sie sich über die Knallerei oder messen
Sie dem Spektakel gar keine Bedeutung bei. Ihr Hund lernt, „Alles
kein Problem, der Boss freut sich, beziehungsweise bleibt cool.
Es kann also nicht so gefährlich sein“. Übertriebene
Zuwendung ist nämlich jetzt gerade das Falsche für unsere
vierbeinigen Mitgewohner. Wer seinen Hund hektisch streichelt und
mit Worten beruhigen will, wird die Angst nicht mindern, sondern
sogar verstärken! Für den Hund entsteht nämlich der
Eindruck, dass es gut und richtig ist, Angst zu haben. In der Hundewelt
gibt es kein Trösten. Es gibt nur Belohnung und somit Bestätigung
des Verhaltens, oder Nichtbelohnung und somit Verringerung des Verhaltens.
Mit gut zureden, vermitteln Sie die falsche Nachricht, nämlich
dass es völlig korrekt ist, wie er sich verhält und das
es sich wirklich um eine beängstigende Situation handelt. Überhaupt
hat der Hundehalter einen grossen Einfluss auf den Gemütszustand
des Hundes. Wenn jemand schon vorher Angst hat, dass sein Hund ängstlich
auf die Knallerei reagieren wird, dann spürt das der Hund —
und entwickelt eine Angst, die gar nicht notwendig wäre. Die
Angst des Menschen verstärkt die Angst des Hundes...
Tagsüber empfiehlt es sich, Hunde beim Spaziergang an der
Leine zu behalten, da Fluchtgefahr besteht, wenn er sich erschrickt.
Abends sollte der Hund nur noch kurz zum Versäubern raus. Es
ist ratsam, dazu einen Ort zu wählen, an dem keine Kinder mit
Feuerwerk spielen. Während des Feuerwerks soll sich der Hund
im Haus aufhalten. Etwas lautere (klassische) Musik lenkt ihn dabei
ab. Wird der Hund unruhig oder zittert, muss er unbedingt ignoriert
werden. Unser Beruhigen würde er wie schon gesagt nur als Bestätigung
für sein Verhalten verstehen und die Angst setzt sich so endgültig
fest. Wissen Sie, dass Ihr Tier sehr panisch auf die Knallerei reagiert,
sollten Sie vorsorgen. Bachblüten, wie zum Beispiel die Rescue-Tropfen,
können den Stress verringern.
Wer einen Hund im Welpenalter besitzt, muss diesen auf jeden Fall
vor möglichem Geknalle schützen. Ein solcher Schock könnte
ihn für sein restliches Leben zu einem «Angsthasen»
prägen.
In diesem Sinne: Frohen 1. August.
Ach ja: Wer es denn gar nicht sein lassen kann, sollte den Tieren
zuliebe sollte das Abbrennen von Feuerwerk ausschliesslich auf den
1. August beschränken, so wie es auch gesetzlich vorgeschrieben
ist...
Hunde im Backofen
Hunde können nur sehr begrenzt schwitzen. Im Sommer dürfen
sie deshalb nicht im parkierten Auto zurückgelassen werden.
Denn bereits nach kurzer Zeit könnten sie an Kreislaufversagen
sterben.
Leider sterben immer wieder Hunde im überhitzten, parkierten
Auto. Denn immer noch gibt es Hundebesitzer, die nicht bedenken,
dass sich ein Auto in wenigen Minuten auf bis zu 80° C aufheizen
kann. Steht der Wagen in der prallen Sonne, sind sogar frühlingshafte
20 Grad Aussentemperatur zu viel. Schon nach wenigen Minuten kann
die Temperatur im Innenraum auf über 50 Grad steigen
für den Hund besteht dann akute Lebensgefahr. Die Scheibe ein
Stück offen zu lassen, reicht für eine ausreichende Frischluftzufuhr
nicht aus! und da die Sonne wandert, steht auch ein im Schatten
parkiertes Auto schon bald in der Hitze. Und dann beginnt die Tortur
für den Hund.
Wenn es dem Mensch zu warm wird, schwitzt er. Der Schweiss verdunstet
auf der Haut und entzieht dem Körper dadurch Wärme. Hunde
haben es nicht so einfach. Sie können ihre innere Körpertemperatur
nur mit Hecheln ausgleichen. Dabei wird zur Abkühlung Wasser
über die Zunge verdunstet. Muss der Hund im heissen Auto warten,
steigt seine Körpertemperatur rasch an und das Hecheln reicht
nicht mehr aus, um sich abzukühlen. Er verbraucht die Wasserreserven
seines Körpers, was zum Kreislaufkollaps und schliesslich zum
Tod durch Kreislaufversagen führt.
Passanten, die einen stark hechelnden Hund mit tiefroter bis lila
Zunge in einem an der Sonne parkierten Auto sehen, sollen die Polizei
rufen, um den Hund befreien zu lassen. Wenn der Hund nur durch das
Einschlagen der Scheibe gerettet werden kann, ist dies zumindest
in der Schweiz gerechtfertigt und führt nicht zu Schadenersatzansprüchen
des Autobesitzers.
Rücksicht auf Reisen
Die Ferienfahrt sollte für die Nacht und den frühen Morgen
geplant werden. Vor allem wenn das Auto über keine Klimaanlage
verfügt. Doch auch in diesem Fall kann sich der Hund während
der Pausen möglichst alle zwei Stunden in der
kühlen Nachtluft besser erholen, als bei glühenden Tageshitze.
Während des Halts soll der Hund reichlich Wasser zu sich nehmen,
sich die Beine im Schatten vertreten und sich lösen können.
Bei einer allfälligen Wartezeit, z.B. an der Grenze, muss der
Hund aus dem nicht klimatisierten Auto genommen und ausserhalb im
Schatten betreut werden. Leidet der Hund offensichtlich trotzdem,
kann ihm ein nasses T-Shirt angezogen werden, das ihn angenehm kühlt.
Info der Schweizerische
Kynologische Gesellschaft
|